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Inhalt:  

Die Serie spielt in Berlin und handelt von vier schwulen Männern und deren Herausforderungen im Leben und in der Liebe. Vince lernt bei einer Party Robbie kennen, den er in der folgenden Zeit immer öfter trifft und schließlich mit ihm zusammenkommt. Robbie verrichtet, ohne dass er Vince etwas davon erzählt, gemeinnützige Arbeit. Die Gründe hierfür sind zunächst unklar. Levo, der bisher mit Vince zusammengewohnt hat, zieht zu seinem Partner Tom in dessen Haus, das dieser bis vor kurzem noch mit seiner früheren Ehefrau und seinem Sohn Nick bewohnt hat. Tom hat sich, nachdem er monatelang Levo heimlich zum Sex in einem Hotel getroffen hat, als schwul geoutet und sich von seiner Frau getrennt.

 

Darsteller: 

Benito Bause, Arash Marandi, Frédéric Brossier, Mads Hjulmand, Christin Nichols, Julius Feldmeier, Karsten Speck, Dennis Hofmeister, Mona Pirzad, Matthias Freihof, Jale Arikan, Martin Bruchmann

Fazit:

In dieser Serie geht es um so gut wie alle Themen der Schwulenwelt: Onlinedating, Fetisch, Vorurteile, Gewalt gegenüber Homosexuellen, Geschlechterstereotype, spätes Outing, Fremdgehen, Konflikte mit den Eltern, und wäre das nicht genug, geht es auch um Rassismus.

Gedreht an original Schauplätzen in Berlin, dem Schwuz, dem Klunkerkranich und der Boiler Sauna

 

Vier Proatagonisten, Vier Schwulenklischees:

Vince: Der Draufgänger schwule, der in den Clubs auf der Suche nach schnellem Sex in der Toilette ist. Dort lernt er die mögliche Liebe seines Lebens kennen, kommt aber schnell drauf, das mit der Treue ist nicht so einfach und geht bei der ersten Möglichkeit gleich fremd und achja, er ist schwarz und kämpft in allen Bereichen mit Vorurteilen und Anfeindungen.

Robbie: der Betrogene, kann keinem Partner mehr vertrauen und bleibt deshalb lieber alleine und genau er wird natürlich wieder betrogen

Levo: der klischee Schwule, übertriebene Allüren, ausgefallene Outfits, ein stolzer Schwuler, der von seinen Eltern nicht akzeptiert wird wie er ist. Hat sich richtig ausgelebt und versucht es jetzt als liebender „Ehemann“ in einem Vorstadthaus und backt für die Nachbarn sogar Kuchen.

Tom: Der „Spätzünder“ nach 20 Jahren Ehe und 2 Kindern entdeckt er, dass er Schwul ist, kämpft ein Jahr gegen sein Schwul sein an, bis er alles aufgibt um eine Beziehung mit Levo einzugehen. Schon nach kurzer Zeit merkt er beim Besuch einer Schwulensauna, dass es eigentlich auch schön wäre sich mal richtig auszuleben.

Da stellt sich mir die Frage, ist vielleicht nicht doch zu viel in zu kurzer Zeit gewollt? Die Erzählweise ist eher ruhig und klar strukturiert. Die Protagonisten bekommen genug Zeit, damit man sie kennenlernen kann und sind dabei  teilweise auch durchaus sympathisch. Jeder von uns kann sich in dem ein oder anderen bestimmt wiedererkennen.

 

Jetzt das große ABER: Die Serie ist über weite Strecken eher enttäuschend – die Dialoge wirken oft vollkommen unnatürlich. Das Leiden der verlassenen Ehefrau bleibt komplett außen vor, einzig Toms Sohn bekommt eine Nebenrolle, bleibt aber auch da eher farblos, ganz nach dem Motto „na mögen tu ich es nicht, dass meine heile Familie zerbrochen ist, aber wenn der Papa wieder mehr zeit für mich hat ist es Ok.“

Auch wenn sehr viel gewollt ist, ist es eher eine blasse Serie die sehr an der Oberfläche kratzt. Kann man anschauen, muss man aber nicht!